Heimische Zauberpflanzen und alte Zaubergärten

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Zauberpflanzen sind magische Türöffner: Sie führen uns direkt zu den Glaubensvorstellungen unserer Vorfahren. Einige von ihnen sind so mächtig, dass wir sie auch heute noch brauchen, den vierblättrigen Klee zum Beispiel, den Weihnachtsbaum oder den Fliegenpilz – denn wer möchte kein Glückpilz sein? Besonders wichtig scheint dies in magischen Zeiten wie den dunklen, wilden Raunächten zwischen Wintersonnenwende und dem 6. Januar zu sein.

Auf dieser Webseite (aus der einmal ein Buch werden soll) stelle ich Ihnen nach und nach rund 250 größtenteils heimische Zauberpflanzen vor – bekannte und heute eher unbekannte, viele davon auch wirksame Heilpflanzen. Ergänzt wird dies durch Beschreibungen berühmter Zaubergärten vom Paradies bis hin zu Avalon. Und nicht zuletzt will ich Sie auf meinen eigenen, knapp sieben Ar großen Zaubergarten in Stuttgart hinweisen. Wenn Sie ihn gerne mitbearbeiten und mitnutzen wollen, sind Sie herzlich willkommen! Näheres erfahren Sie unter info@holleland.de

Generell schwierig ist übrigens die Abgrenzung zwischen Heil- und (nach heutigem Verständnis) Zauberpflanze. Welche Pflanzen wirken nur, weil Menschen an die Wirkung glauben (Placeboeffekt)? Diese Pflanzen würden wir heute als Zauberpflanzen bezeichnen. Welche Pflanzen sind auch nach den derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen hilfreich, und wenn ja: gegen welche Krankheiten? Diese Pflanzen bezeichnen wir heute als Heilpflanzen. Über all dem hängt jedoch ein großes ABER. In den 80er und 90er Jahren wurden die Wirkstoffe von knapp 300 Pflanzen durch die Kommission E wissenschaftlich untersucht, aber seitdem sind nur noch wenige hinzugekommen (die ESCOP-Monographies spiegeln den derzeitigen Stand der Forschung wider). Für die Untersuchung der anderen 390.000 Pflanzenarten weltweit fehlt das Geld – und die Pharmaindustrie hat verständlicherweise zumeist kein Interesse an der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie). Sie möchte lieber Aspirin verkaufen anstelle von Mädesüß oder Weidenrinde. Wenn also im folgenden von „Volksheilkunde“ die Rede ist, muss das nicht in jedem Fall heißen, dass die Pflanze keine – im wissenschaftlichen Sinne – Heilpflanze, sondern „nur“ eine Zauberpflanze ist. Und selbst so manche Anti-Pestpflanze mochte zwar so schwach sein, dass sie nur hin und wieder gegen die Pest half, hat aber doch einen bestimmten Anteil antibakterieller Wirkstoffe, auch wenn die Menschen dies damals nur durch „try and (tödlichen) error“ bzw. Erfahrungswissen feststellen konnten.

Ist also alles, was wir wissenschaftlich noch nicht (oder vielleicht nie) beweisen können, Zauberei? Bestimmt nicht, denn sonst wäre ja auch der die Vermutung, dass die Erde keine Scheibe sei, im Mittelalter die Ansicht eines Hexers, Zauberers oder eben Ketzers gewesen. Wenn keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, hilft also nur eines: selber experimentieren – mit aller gebotenen Vorsicht!

Viel Freude beim Wieder-Entdecken der magischen Wirkung von Pflanzen und Gärten wünscht Ihnen Ihre

Barbara Pfeifer