Der ziegenfüßige Giersch (Aegopodium podagraria)

 

Volkstümliche Bezeichnungen Ackerholler, Erdholler, Gichtkraut, Teufelskraut, Wilde Angelika, Wilder Holler, Ziegenfuß
Blütezeit 6-8
Blütenfarbe weiß
Inhaltsstoffe Ätherische Öle, pflanzliches Eiweiß, Vitamin C, Carotin (Provitamin A), Mineralien (Kalium, Eisen)
Heilwirkung, wissenschaftlich nachgewiesen Nicht untersucht. Volksheilkundlich bei Gicht und erhöhtem Harnsäurespiegel. Stoffwechselfördernd.
Zauberpflanzenkategorie (e), 2, 3
Essbar? Ja. (Junge) Blätter 1-12, Blüten 6-8, Stängel 5-8

 

Schon bei den alten Römern und im Mittelalter galt dieser Doldenblütler als Mittel gegen Podagra, die Gicht im Großzehengrundgelenk. Volksmedizinisch trinkt man noch heute „Zipperleintee“ gegen Rheuma und Gicht. Die Pflanze enthält viel Kalium, durch das die Harnmenge vermehrt wird.

Der Blattstiel ist dreikantig. Aus ihm wachsen jeweils drei Blättchen, die sich wiederum im Idealfall dreiteilig verzweigen. Dadurch ist der Giersch unverwechselbar, denn diese 3×3-Kombination gibt es bei uns in Deutschland sonst nicht. Da die Dreierregel in der Anthroposophie magische Bedeutung hat, wird dem Giersch auch dort Aufmerksamkeit zuteil.

Den meisten 08.15-Gärtnern hingegen gilt er als „Pest in Pflanzengestalt“ oder eben als Teufelskraut – denn wo er sich einmal angesiedelt hat, wird man ihn wegen seiner unterirdischen Ausläufer kaum wieder los. Und das muss natürlich Teufelswerk sein.

In Wirklichkeit ist der Giersch nicht nur gut gegen Gicht, sondern auch ein wunderbares, ganzjährig und vielseitig verwendbares Wildgemüse, dessen Geschmack an Möhren, Sellerie und Petersilie erinnert. Dem tragen die schönen Namen der Pflanze Rechnung, die an Frau Holle (die holde Frau/Göttin) und an die Engelswurz (Angelika) erinnern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

61 + = 66