Für Liebesorakel: Das Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris)

 

Volkstümliche Bezeichnungen Beutelschneiderkraut, Muttergotteskraut, Schäfergeldbeutel, Schelmasäckali, Teufelsblume
Blütezeit 1-12
Blütenfarbe weiß
Inhaltsstoffe Gerbstoffe, biogene Aminosäuren und Proteine (ca. 32%), Flavonoide, Phenolcarbonsäuren, Kalium- und Calziumsalze, Vitamin C und terpenoide Verbindungen
Heilwirkung, wissenschaftlich nachgewiesen Ja. Kommission E: Das blühende Kraut innerlich zur symptomatischen Behandlung leichterer Menorrhagien und Metrorrhagien sowie zur lokalen Anwendung bei Nasenbluten. Äußerlich bei oberflächlichen, blutenden Hautverletzungen. Bei Überdosierung Durchfall möglich.
Als Infusion kann es (je nach Dosis) den Blutdruck senken oder steigern, wirkt positiv inotrop auf das Herz und steigert die Uteruskontraktion.
Zauberpflanzenkategorie (m), 2-4, 6
Essbar? Ja. Samen als Pfefferersatz 6-9, Blätter 2-6 (roh als Salat, für Pesto oder kurz gegart als Gemüse), Blüten 3-9, Wurzel 3-4.

 

Die Form der Früchte erinnert an die Umhängetaschen der Hirten – daher der Name. Dieses Lichtmesskraut steht symbolisch für das lebenspendende Grün – denn auch schon im Februar kann man das Kraut finden und genießen.

Bereits Dioskurides und Hildegard von Bingen kannten die blutstillenden Eigenschaften des Kreuzblütengewächses. Mancherorts glaubte man, es würde schon helfen, Hirtentäschelkraut in der Hand zu halten, um das Nasenbluten zu stillen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde es in den Lazaretten eingesetzt, sobald es an den üblichen Medikamenten fehlte – gesammelt von den örtlichen Schulkindern. Da es bei Überdosierung gleichzeitig die Uteruskontraktionen steigert, war es für die Hebammen und Ärzte des Mittelalters eine unverzichtbare Heilpflanze bei der Geburt.

Zahnenden Kindern wurde früher Samen und Blüten des Hirtentäschels als Amulett um den Hals gehängt. Auch anderen Menschen sollte ein Amulett dieses Krauts Heilung bringen.

Zu allen Zeiten war unter jungen Leuten die Liebe stets eines der wichtigsten Themen. Kein Wunder also, dass seit jeher viele Blumen als Liebesorakel dienten – so auch das Hirtentäschelkraut: An den kleinen, herzförmigen Früchten bzw. in den Samen darin zählt man ab: „Sie liebt mich – von Herzen – mit Schmerzen – über alle Maßen – kann’s nicht lassen – ein wenig – gar nicht!“

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