Fuß des Druiden: Das Gewöhnliche Katzenpfötchen (Antennaria dioica)

Volkstümliche Bezeichnungen Druidenfuß, Himmelfahrtsblümchen, Ruhrkraut
Blütezeit 5-6
Blütenfarbe Rosa (weiblich) und weiß (männlich)
Inhaltsstoffe Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide. Die Inhaltsstoffe wirken antibiotisch, auswurffördernd, harntreibend und entzündungshemmend.
Heilwirkung, wissenschaftlich nachgewiesen Nur Volksmedizin: Blütenköpfchen bei Darm- und Gallenerkrankungen sowie bei Bronchitis
Zauberpflanzenkategorie (d), (k), 3, 4
Essbar? Nicht üblich.

 

Durch die Überdüngung unserer Böden ist das auf Heiden, Kieferwälder und Magerrasen angewiesene Gewöhnliche Katzenpfötchen bei uns selten geworden und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Wegen seiner Blütezeit kurz vor Pfingsten wird die Pflanze im Schwäbischen als „Himmelfahrtsblümchen“ bezeichnet, zu Kränzen gebunden und dann als Blitzschutz im Haus aufgehängt.

Dass die heute fast unbekannte Pflanze in vorchristlicher Zeit eine große Bedeutung hatte, beweist ihr Volksname „Druidenfuß“. Wenn man von den literarischen Druiden Merlin und Miraculix einmal absieht, ist über diese Priester, Seher und Heiler der Kelten nur wenig bekannt – und das wenige stammt aus den Federn ihrer Feinde, der Römer und später der Christen.

Es gab keltische Tempel: Bei uns in Stuttgart-Hoffeld, soll es zum Beispiel solch ein keltisches Mondheiligtum gegeben haben. Mit dem Tempel in Verbindung stand die Hohe Eiche hinter der heutigen Freien Aktiven Schule, heute sind es mehrere Eichen, die von einem Parkplatz umzingelt werden. Zwischen den Eichen können auch heute noch empfindsame Menschen besonders starke Kräfte spüren.

Die Druiden und Druidinnen verbrachten möglicherweise einen großen Teil ihres Lebens außerhalb der Tempel in heiligen (Eichen-)Hainen an heiligen, salzhaltigen Quellen, die häufig von Haselsträuchern umgeben waren. Sie ernährten sich von Wurzeln und Waldfrüchten, trugen weiße Gewänder, gehörten zur Oberschicht der Gesellschaft und durchliefen eine einundzwanzig Jahre dauernde Ausbildung: Sieben Jahre lang lernten sie die in Reime gefassten mündlichen Überlieferungen auswendig und wurden zu Barden und Geschichtenerzählern (Filid). In weiteren sieben Jahren vervollständigten sie ihre Sehergabe (Vates) und erst nach den dritten sieben Jahren wurden sie zu Druiden und Druidinnen geweiht. Aus heutiger Sicht waren sie damit nicht nur Priester, sondern auch Naturwissenschaftler, Ärzte, Kräuterkundige und Sterndeuter. Außerdem übten sie das Richteramt aus und waren die Lehrer des aristokratischen Nachwuchses. Sie kannten die magischen Kräfte vieler Pflanzen. Warum Ihnen das Katzenpfötchen so besonders wichtig war, wissen wir leider nicht mehr.

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