Gegen Verhexung: Der Dill (Anethum graveolens)

 

Volkstümliche Bezeichnungen Erdhaar, Hexenkraut
Blütezeit 5-8
Blütenfarbe gelb
Inhaltsstoffe Carvonreiches ätherisches Öl
Heilwirkung, wissenschaftlich nachgewiesen Dillfrüchte bei dyspeptischen Beschwerden (Magen-Darm-Störungen)
Zauberpflanzenkategorie (i), 3, 4, 5, 8
Essbar? ja. Blätter und Samen als Gewürz.

 

Wie die meisten gelb blühenden Pflanzen war der Dill in erster Linie ein Schutz vor Hexen. Als Amulett für Kinderwiegen wurden die Samen auf einen weißen Faden aufgezogen, oder man hing sie als Säckchen über die Haustür. Auch wenn man ihn in den Schuhen oder der Kleidung trug, konnte man mit ihm Hexen und Zauberei abwehren. Insbesondere Bräute steckten ihn sich in die Schuhe, um neidische Elfen zu vertreiben.

Neugeborene Kälber und Fohlen wurden mit einer Mischung aus Salz und zerstoßenem Dill eingerieben, um Verhexungen zuvorzukommen. Nach dem Ausmisten des Stalls warf man über die Schulter Dill in die frische Streu – dann konnte die Hexe dem Vieh nichts anhaben.

In Ostpreußen hing man ihn noch im 20. Jahrhundert am Johannisabend über die Stalltür, um Unholde und Hexen abzuwehren.

Ein weiterer Bannzauber für negative Energien: Kraut zwischen den Händen zerreiben und einen Bannspruch aufsagen.

Ein Sträußchen Dill unter dem Kopfkissen sollte böse Träume vertreiben und einen ruhigen Schlaf sichern.

Wenn man hingegen ein Sträußchen Dill gegen eine geschwätzige Person warf, hörte sie sofort zu reden auf.

Eine Schulmeisterstochter in Gronau bei Hildesheim hatte schon lange eine alte Frau in Verdacht, ihre Samen zu verderben, wenn sie gerade am Aufgehen waren. Als die Hexe wieder einmal unter einem Vorwand im Garten erschien und an die Stelle kam, wo das Mädchen Dill und Dost kreuzweise ausgesät hatte, rief sie jedoch verärgert: „Dillen und Dust: Dat hew ek nich ewusst!“

Die alten Kräuterbücher schätzten den Dill nicht nur als Gewürz, sondern auch als Heilmittel gegen Vergiftungen. Er war Bestandteil des Wunderheilmittels Theriak, der gegen Krankheiten aller Art helfen sollte.

Zu guter Letzt: Dillsamen zusammen mit Rosenöl für ein aphrodisisches Bad sorgen für eine magisch-verliebte Stimmung in der Wanne. Vorsichtshalber noch ein paar Kerzen anzünden!

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