Glücksbringend: Die Hyazinthe (Hyacinthus orientalis)


Zephyros und Hyakinthos, Euthymides ca. 490 v.u.Z.

 

Blütezeit 3-5
Blütenfarbe Wildform violett, selten auch weiß
Inhaltsstoffe Benzylbenzoat, Benzylalkohol, Zimtalkohol
Heilwirkung, wissenschaftlich nachgewiesen Nicht untersucht.
Zauberpflanzenkategorie (i), 4, 8, 11
Essbar? Zwiebeln in geringen Mengen essbar (ich habe sie einmal versehentlich mit einer Küchenzwiebel verwechselt).

 

Dieses Spargelgewächs duftet so stark, dass es früher in der Parfumindustrie Südfrankreich verwendet wurde. Sein Name geht zurück auf den griechischen schönen Jüngling Hyakinthos, Sohn des Königs von Sparta und Geliebter des Gottes Apollon. Auch der Gott des Westwindes, Zephyros, verliebte sich in den Knaben.

War es Unfall oder Mord? Beim Diskuswerfen traf Apollon den Jüngling versehentlich und tötete ihn. Es konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden, ob nicht der eifersüchtige Zephyros den Diskus in der Luft abgelenkt hatte, sodass dieser Hyakinthos erschlug – nach dem Motto: Wenn ich ihn nicht haben kann, sollst du ihn auch nicht haben. Aus dem Blut jedenfalls, das aus dem Leichnam floss, ließ der trauernde Apollon eine Blume entstehen, deren Blütenblätter jeweils den Klageruf „Ai“ bildeten und deren starker Duft schneller als die Blüte vergeht. In seinen Metamorphosen schreibt Ovid:

So oft der Lenz den Winter verjagt

und auf die regenbringenden Fische

im Tierkreis der Widder folgt,

so oft entstehst du aufs Neue

und blühst auf grünendem Rasen.

Nach heutigem Stand der Wissenschaft könnte damals statt unserer Garten-Hyazinthe auch die Schwertlilie oder der Rittersporn gemeint gewesen sein – aber den Namen trägt nun einmal diese schöne Pflanze hier, die in Mitteleuropa seit dem 16. Jahrhundert kultiviert wird.

 © Barbara Pfeifer 2017

Glücksamuletten sollte man ein bis drei Hyazinthenblüten hinzufügen und zur magischen Unterstützung bei allen Zaubereien Hyazinthe verräuchern oder sich selbst mit ihrem Öl einreiben. Auch soll ein magischer Beutel mit ihren Blüten gegen Geburtsschmerzen und Albträume helfen.

 Im 19. Jahrhundert war die betörend duftende Hyazinthe die Modeblume schlechthin, und auch ich habe als Kind noch Hyazinthen im Glas gezogen. Dazu mussten sie mit einem schultütenförmigen Papierhütchen zunächst abgedeckt werden und mindestens acht Wochen lang kühl stehen. Diese Papierhütchen waren mit einer Metallfolie überzogen. Es gab sie in allen Farben des Regenbogens – und ich liebte sie!

Um ätherisches Hyazinthenöl herzustellen, benötigt man 5000kg frische Blüten für 1kg Essenz. Es wirkt aphrodisisch und zugleich beruhigend, stimmungsaufhellend und entspannend:

Der schwere, süße Duft des Hyazinthenöls stimmt sinnlich, macht weich und empfänglich für alle erdenklichen Sinneseindrücke. Es entführt in ein Märchen aus 1001 Nacht, in üppige Paläste mit köstlichen Speisen und Getränken, mit prächtig gekleideten, schönen Menschen. Für alle Menschen, die sich zu wenig gönnen, die seelisch verkümmern und immer zu kurz kommen. Eine Einladung zum Sinnesgenuss, zu Fülle und Reichtum. (Kraus, Ätherische Öle, S. 53)

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