Macht bärenstark: Der Bärlauch (Allium ursinum)

 

Volkstümliche Bezeichnungen Hexenzwiebel, Hollauch, Hollouch, Waldhexe
Blütezeit 4-6
Blütenfarbe weiß
Inhaltsstoffe Schwefelhaltige ätherische Öle
Heilwirkung, wissenschaftlich nachgewiesen Nicht untersucht. Volksheilkundlich gegen Appetitlosigkeit, Bluthochdruck und Arterienverkalkung.
Zauberpflanzenkategorie (i), 2, 3, 5
Essbar? Ja. Blätter 3-4, Blüten 4-6, Zwiebeln 5-2

 

Die Germanen glaubten, dass der von ihnen als heilig verehrte Bär seine Kraft und Fruchtbarkeit auf bestimmte Pflanzen übertragen könne. Dazu gehörte der Bärlauch. Sie meinten, durch das Essen dieser Pflanzen die Eigenschaften des Bären in sich aufnehmen zu können. Der Bär galt (wie der nach ihm benannte Bärlauch) als Frühlingsbote, der die Kraft des Winters brach und Wintersmüde wieder munter machte. Ein Überbleibsel davon sind die Bärenmasken der verschiedenen Fastnachtsbräuche.

Der Bärlauch gehörte deshalb schon vor der Christianisierung zur magischen Neunkräutersuppe (später: Gründonnerstagssuppe), die außer dem Bärlauch zum Beispiel noch Brennnessel, Vogelmiere, Sauerampfer, Gundelrebe, Gänseblümchen, Guten Heinrich, Löwenzahn und Scharbockskraut enthielt. Mit ihr begrüßte man den Frühling und stärkte sich nach den Entbehrungen des Winters.

Aber auch der Holden Frau, der Großen Mutter, war er geweiht (Hollauch, Houllouch), die dann in der späteren Zeit zur Waldhexe wurde.

Wie auch sein berühmter Vetter, der Knoblauch, sollte der Bärlauch Unheil abwehren: Er besaß alle magischen Eigenschaften, die auch der Knoblauch hatte (siehe Allium sativum).

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