Macht scharfsichtig: Das Habichtskraut (Hieracium aurantiacum)

 

Volkstümliche Bezeichnungen Devil`s Paintbrush (Teufels Malerpinsel)
Blütezeit 6-8
Blütenfarbe Gelborange bis orangerot
Inhaltsstoffe Umbelliferon, Gerb- und Bitterstoffe
Heilwirkung, wissenschaftlich nachgewiesen Nur volksheilkundlich erprobt: bei Entzündungen des Mund- und Rachenraums, Durchfall, grippalen Infekten, Blasen- und Nierenentzündung, Wurmbefall, Nierensteinen sowie äußerlich zur Wundbehandlung und als Augenspülung. Schleim lösend, harntreibend, antibakteriell, krampflösend, entzündungshemmend.
Zauberpflanzenkategorie (d), (h), (l), 2, 3
Essbar? Ja. Alle oberirdischen Pflanzenteile von 4-10. Blätter leicht bitter, Blüten süßlich, in beiden Fällen ist der Geschmack schokoladenartig.


Der Sage nach sollen Habichte mit dem Milchsaft
der verschiedenen Habichtskräuter ihre Augen schärfen, weshalb sie traditionell als augenstärkend gelten und die Sehkraft stärken sollen (Plinius). Auch Hildegard von Bingen erwähnte das Habichtskraut zur Schärfung der Seh- und Denkkraft. Und angeblich konnte Martin Luther den drohenden Verfall des Augenlichts durch die regelmäßige Einnahme von Habichtskrauttee verhindern.

Diese wunderschöne, behaarte Wildpflanze vermehrt sich nicht nur über Samen, sondern auch unterirdisch, verdrängt das Gras und ist nur schwer auszurotten. Da sie vom Vieh gemieden wird, hassen Tierzüchter sie – und so kam sie zu ihrem Namen: Devil‘s Paintbrush.

Auch dem Naturforscher Gregor Mendel bereitete das Orangerote Habichtskraut Kummer. Nach seinen Versuchen mit Erbsen hatte Mendel nämlich Experimente mit ihm durchgeführt, um seine Hypothesen zur Vererbung zu testen. Er fand aber heraus, dass sich das Habichtskraut äußerst eigenartig verhielt. Die Erklärung hierfür ist ganz einfach, aber zu Mendels Zeit war sie eben noch nicht bekannt: Die Mendelschen Gesetze gelten nur für Pflanzen, die sich geschlechtlich fortpflanzen, bei denen also zwei Elternteile gleichermaßen zur Bildung des Nachwuchses beitragen. Die Hieracium-Pflanze hingegen pflanzt sich asexuell fort, und deshalb sehen alle Pflanzen genau gleich aus – sie klonen sich selbst. Es war für Mendel also schlicht unmöglich, die Gültigkeit seiner Gesetze anhand dieser Pflanze zu überprüfen.

Orangerote Schmetterlinge hingegen lieben das Habichtskraut ohne Wenn und Aber. Vor allem der Kleine Fuchs, der Dukatenfalter und der Perlmutterfalter besuchen gern dessen Blüten, vermutlich aus Gründen der Tarnung.

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