Saturnisch: Die Nieswurz (Helleborus niger)

© Barbara Pfeifer 2017

Volkstümliche Bezeichnungen Christrose, Eisblume, Julknoten, Schneerose, Weihnachtsrose, Winterrose
Blütezeit 11-5 (Kernzeit 2-4)
Blütenfarbe weiß
Inhaltsstoffe Saponine, Protoanemonin, Herzgift Helleborin (am stärksten in der Wurzel)
Heilwirkung, wissenschaftlich nachgewiesen Nur homöopathisch ab D3 bei Hirn- und Hirnhautentzündung, Durchfall, Nierenentzündung, Verwirrtheit und Gemütsleiden.

Vergiftungserscheinungen: Schwindel, Durchfall, Kreislaufzusammenbruch.

Zauberpflanzenkategorie (b), (j), 2-7, 10-11
Essbar? Stark giftig. Das Rhizom (Wurzelstock) wurde früher als Niespulver verwendet – „Schneeberger Schnupftabak“.

 

Die Schneerose erinnert an das Weihnachtslied „Es ist ein Ros entsprungen“:

…aus einer Wurzel zart.

Wie uns die Alten sungen,

von Jesse kam die Art.

Und hat ein Blümlein bracht,

mitten im kalten Winter,

wohl zu der halben Nacht.

Sie galt im Christentum als Symbol für die Geburt Christi, da sie um den 24.12. herum blüht. Im Mittelalter hängte man sie zu Weihnachten im Stall auf als Schutz vor Dämonen.

Ihr Wurzelstock (das Rhizom) wurde früher für Niespulver verwendet. Das Hahnenfußgewächs wurde in Form von Tinkturen als Herzmittel und zum Harntreiben benutzt. Dazu gab es folgende Warnung: „Drei Tropfen machen rot, zehn Tropfen machen tot.“ Helleborus leitet sich von griechisch helein = töten und bora = Nahrung ab.

Die pulverisierte Wurzel wurde früher als Räuchermittel für Orakel eingesetzt.

Als Amulett getragen, soll die Wurzel für 24 Stunden unsichtbar machen.

Die Schneerose wird für Liebesrituale eingesetzt, wenn äußere Umstände (Neid der Freundin, Verbot durch Eltern oder Gesellschaft, örtliche Trennung) die Freude an der Liebe trüben. Dafür verwendet man getrocknete Blüten und Blätter als Amulett, um innerlich stabil zu werden und der Liebe Standfestigkeit zu geben.

Bei den Germanen hieß es, dass die Schneerose ein Mädchen sei, das aus Mitleid von der Göttin Freya verzaubert wurde, nachdem es von der bösen Tante mitten im Winter in den Wald hinausgejagt worden war.

Mit dem giftigen Saft des Hahnenfußgewächses bestrichen die Kelten ihre Speere. Sie meinten, dass dadurch das Fleisch des erlegten Wildes zarter werde. Das Ausgraben der Wurzelstöcke (Rhizome) sei sehr gefährlich, denn wer dabei von einem Adler beobachtet würde, müsse sterben. Da es heute nur noch wenige Adler in Deutschland gibt, ist das Ausgraben der Pflanze inzwischen ungefährlicher, in Deuschland steht sie allerdings unter Naturschutz.

Bei den Germanen wurde empfohlen, beim Sammeln der Schneerose Wein zu trinken und Knoblauch zu essen, um sich zu schützen.

Laut Culpepers‘ Herbal untersteht die Schwarze Nieswurz dem Saturn und ist so finster, dass es sicherer sei, sie in der Zubereitung eines Alchemisten zu sich zu nehmen als in reiner Form. Auch seien, wegen des ausgeglicheneren Klimas, heimische englische Wurzeln besser als solche aus dem Ausland.

Im ausgehenden Mittelalter galt die Schneerose als Bestandteil von Hexenflug-Salben. Als Saturn-Pflanze gab sie jedoch gleichzeitig Festigkeit: Verlobte bewahrte sie vor Krankheit und ließ ihre Besitzer sehr alt werden.

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