Unsterblich: Der Buchsbaum (Buxus sempervirens)

Blühender Buchs, © Barbara Pfeifer 2017

Volkstümliche Bezeichnungen Katzepissbäumchen, Palm, Palmenberg
Blütezeit 3-4
Blütenfarbe gelblich
Inhaltsstoffe 70 giftige Alkaloide (Cyclobuxin D und andere)
Heilwirkung, wissenschaftlich nachgewiesen Aufgrund der Giftigkeit und schwierigen Dosierung nur in der Volksheilkunde und Homöopathie.
Zauberpflanzenkategorie (b), (i), (j), 3-5, 9
Essbar? giftig

Das Holz ist so schwer, das es im Wasser untergeht. Früher stelle man aus ihm kleine Dosen (Büchsen) und Gewehrschäfte (ebenfalls Büchsen) her. Aber nicht nur unser deutsches Wort Büchse ist vom Buchsbaum hergeleitet, ebenso das englische box und das französische boîte. Auch zum Drechseln von Musikinstrumenten und Schachfiguren wird er verwendet.

Der Buchsbaum wächst sehr langsam und eignet sich deshalb besonders gut für Formschnitt – und er ist immergrün und damit Symbol für Unsterblichkeit und treue Liebe bis über den Tod hinaus (deshalb wird er auch häufig auf Friedhöfen gepflanzt). Außerdem gehört er zu den wenigen mitteleuropäischen Gehölzen, deren Samen von Ameisen verbreitet werden (Myrmekochorie).

Leonhart Fuchs schreibt 1543:

Die verwundten natern werden widerumb geheylt / sobald sie die wurtzel des Buchßbaums versuchen. Es sol sich menigklich hueten unnd in keinen weg sich under Buchßbaum legen / noch vil weniger darunder schlaffen / dann sein geschmack dem hirn / ja der gantzen natur des menschen / widerwertig ist.“ (Kap.CCXLVIII)

Zur Fastnachtszeit sollte symbolisch der Winter ausgetrieben werden. In Mecklenburg-Vorpommern trugen die jungen Männer zu diesem Anlass Sonntagsstaat mit Immergrün am Hut oder einem Buchsbaumsträußchen an der Jacke.

Katholiken schmücken am Palmsonntag die Kreuze in ihrer Wohnung und den Herrgottswinkel mit den geweihten Zweigen des Buchsbaums. In den Niederlanden wurden zu Ostern Buchszweige über die Herdstelle und an die Stalltüren genagelt. Die geweihten Buchsbaumzweige sollen den Teufel vertreiben. Nach der kirchlichen Weihe wird der Buchs bis zum nächsten Palmsonntag in der Wohnung aufbewahrt. Auch vor Blitzschlag und anderem Ungemach soll er so das Haus bewahren. Alternativ konnte man den geweihten Buchs auch als Amulett tragen. In einigen Gegenden Mecklenburg-Vorpommerns galten noch bis in die 1960er Jahre Buchsbaumsträuße mit einem weißen Taschentuch aufs Gesangbuch gebunden als letztes Relikt des Palmbusches.

Es hieß, der Teufel könne nicht am Buchs vorbeigehen, weil er beim Anblick dieser Pflanze in einen Zählzwang gerate. Bis er alle Blättchen erfasst habe, habe er sein ursprüngliches Anliegen vergessen und gehe verwirrt davon. Deshalb wurde er gern an die Haustür, das Gartentörle oder beim Gemüsebeet gepflanzt.

Der Osterbaum als immergrüner Lebensbaum war in Norddeutschland gerne ein Buchs und wurde mit farbigen Eiern geschmückt. Die „Palme des Nordens“ sei er, so hieß es.

Er ist so mächtig, dass er auch mit starken Energien im Boden und sog. Wasseradern gut zurecht kommt. Negative Energien soll er neutralisieren oder sogar in positive umwandeln, wie Wünschelrutengänger behaupten.

Gelegentlich werden Buchsbaumzweige auch anstelle von Tanne und Fichte für Adventskränze und Weihnachtsschmuck genutzt. In China gilt der Buchsbaum als Symbol für langes Leben. Er ist im Feng Shui dem Element Metall zugeordnet und soll die geistige Leistungskraft steigern.

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