Verwandelt: Die Jungfer im Grünen (Nigella damascena)

 

Volkstümliche Bezeichnungen Braut in Haaren, Gretel im Busch, Hexenanis, Venushaarige
Blütezeit 6-8
Blütenfarbe Blau, selten rosa oder weiß
Inhaltsstoffe Samen: 10% ätherisches Öl, 1% Alkaloide (Damascenin)
Heilwirkung, wissenschaftlich nachgewiesen Nur volksheilkundlich: harntreibend, wurmtreibend, schleimlösend, gegen Blähungen.
Zauberpflanzenkategorie (c), (d), 2, 3, 11
Essbar? Ja. Samen (wegen der Alkoloide nur in kleinen Mengen)


Das Öl aus den Samen dieses Hahnenfußgewächses wird zur Herstellung von Parfums und Lippenstiften verwendet. Fein gemahlene Samen haben einen intensiven Waldmeistergeschmack und können (in geringen Mengen) zur Verfeinerung von Süßspeisen verwendet werden.

Früher gaben junge Frauen verschmähten Freiern ihre Ablehnung durch diese Blume zu verstehen. Im Kanton Zürich langte die Nigella dazu, in anderen Regionen wurde dem Bewerber ein Körbchen gesandt, in dem sich neben der Jungfer im Grünen auch andere Pflanzen befanden, die Ablehnung signalisierten, wie zum Beispiel Schafgarbe, Kornblume, Augentrost und Wegarte.

Auch zu den magischen JohaNniskräutern zählte die Nigella, die im Namen des Täufers Schutz vor Hexerei gewähren sollten.

Über den Trivialnamen „Gretel im Busch“ erzählt man sich in Österreich folgende Sage:

In einem Dorfe lebte ein reicher, geiziger Bauer, der hatte eine schöne Tochter namens Grete. Ihm gegenüber lebte ein armer Bauer, sein Sohn hieß Hans. Die beiden jungen Leute liebten sich innig, doch der reiche Bauer bewachte seine Tochter und verhinderte jede Annäherung. Da sah nun Grete sehnsüchtig so lange aus ihrem Garten nach Hans, und dieser schaute vom Wege her so lange hinüber zur Grete, bis beide in Blumen verwandelt wurden: Grete in die „Gretel im Busch“ und Hans in „Hansel am Weg“ (Vogelknöterich, Polygonum aviculare)

Um den plötzlichen Unfalltod Kaiser Barbarossas ranken sich ebenfalls viele Legenden – die bekannteste erzählt, dass er im Kyffhäuser schlafe. Friedrich I. ertrank während eines Kreuzzuges am 10.6.1190, und wie es dazu kommen konnte, erzählt nach Rehling/Bohndorst 1904 die folgende Geschichte:

Barbarossa schlenderte nachts, wenn seine Krieger schliefen, gerne an den herrlichen Ufern des Flusses Göksu (damals Saleph geheißen) entlang. In diesem Flusse lebte eine schöne Wassernixe, die sich in den Kaiser verliebt hatte. Jede Nacht tauchte sie aus den Fluten des Stromes empor und versuchte, ihn mit ihrem betörenden Gesang für sich zu gewinnen. Eines Abends erhaschte Barbarossa sie und entriss ihr den Schleier, um sie endlich von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Ihr Gesichtchen war von grünen Locken umgeben, und sie trug ein blaues Kleid. Aber um den Kaiser war es nun geschehen, er musste mit hinab in ihr Reich. Am nächsten Tag suchten ihn seine Männer vergeblich, bis schließlich sein Verbündeter, der König von England, an das Ufer des Göksu kam. Dort sah er plötzlich zum ersten Mal in seinem Leben die Nigella, die ihn wie eine liebliche Undine anschaute. Er erkannte in ihr eine stumme Botin, die der Kaiser aus der Tiefe seinem Freund gesandt hatte, und sprach zu den Kriegern (offenbar konnte er deutsch):

Seht, das ist das Wasserfräulein,

Das mit dem Sirenentone

Kaiser Rotbart hat verlockt;

In der Blume Knospe schaut ihr

Noch das Netz, das ihre Haare

Lange tückisch ihm verborgen.

Und hier ist die ‚Braut in Haaren‘,

In der vollen Nixenschöne,

Wie sie sicher ihm erschienen,

Als er ihr das Netz entrissen,

Um in ihre vollen Locken

Nun der Myrte Kranz zu flechten.

Doch was scheint sie uns zu reichen

An dem dritten ihrer Stängel?

Ist es nicht des Reiches Apfel

Mit der Krone Kaiser Friedrichs,

Die durch sie der Barbarossa

Seinen Treuen senden will?!“

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